Die kleine Biene Lilli und ihr Zuhause an der Ruhr
Vorlesegeschichte aus der Imkerei an der Ruhr


Ein Summen am Fluss
Langsam schob sich die Sonne über die Baumwipfel, und ihr Licht fiel sanft auf die Ruhr. Der Fluss glitzerte wie ein Band aus Gold und Silber, und über den Wiesen lag noch ein feiner Morgendunst. Alles war still – fast so, als würde die Welt noch schlafen.
Nur ein leises Summen war zu hören.
Die kleine Biene Lilli steckte vorsichtig ihren Kopf aus dem Flugloch. Ihre Fühler zitterten vor Neugier.
„Oh“, summte sie leise, „wie schön es wieder ist.“
Lilli liebte diesen Moment am Morgen. Noch bevor die meisten Menschen wach waren, begann für sie der Tag. Sie flog ein kleines Stück hinaus, drehte eine Runde über die Beuten der Imkerei an der Ruhr und blickte hinunter.
Zwischen Apfelbäumen, Wildblumen und alten Weiden standen die Bienenstöcke. Sie sahen ruhig aus, fast ein bisschen verschlafen. Doch Lilli wusste: In ihnen steckte Leben, Wärme und ein großes Geheimnis – das Zusammenleben der Bienen.
Manchmal kam der Imker schon früh vorbei. Er ging langsam, sprach leise und schaute den Bienen aufmerksam zu. Lilli verstand seine Worte nicht, aber sie spürte seine Ruhe.
„Er gehört zu uns“, dachte sie.
Ein Vogel sang, ein Fisch sprang kurz aus dem Wasser, und Lilli atmete tief ein. „Heute wird ein guter Tag“, summte sie – und flog zurück in den Stock.
Zuhause im warmen Bienenstock
Im Inneren des Bienenstocks war es warm und gemütlich. Tausende Bienen bewegten sich leise durch die Wabengassen. Das Summen klang ruhig und gleichmäßig – wie ein sanfter Atem.
Lilli landete neben ihrer Freundin Finja, die gerade mit großer Sorgfalt eine Wabe reinigte. „Guten Morgen“, sagte Lilli fröhlich.
„Guten Morgen“, antwortete Finja und lächelte. „Hilfst du mir ein bisschen?“ Gemeinsam putzten sie die Zellen, eine nach der anderen.
„Manchmal denken alle nur an das Fliegen“, sagte Finja,
„aber ohne ein sauberes Zuhause geht gar nichts.“
Lilli nickte. Sie wusste, dass hier bald neue Larven liegen würden. Winzig klein, hilflos und auf die Pflege der anderen angewiesen.
Während sie arbeiteten, erzählte Finja von früher. „Als ich noch ganz jung war, dachte ich, der Bienenstock sei die ganze Welt.“
„Und jetzt?“ fragte Lilli.
„Jetzt weiß ich: Die Welt ist größer – aber der Stock bleibt unser Herz.“
Lilli sah sich um. Überall halfen Bienen einander. Niemand war allein.
„Ich glaube“, sagte sie leise, „unser Zuhause ist etwas ganz Besonderes.“



Königin Aurelia – Herz des Volkes
In der Mitte des Stocks wurde es ruhiger. Die Bienen traten ein Stück zur Seite, als Königin Aurelia langsam durch die Wabengassen schritt.
Lilli hielt den Atem an.
„Da ist sie“, flüsterte sie ehrfürchtig.
Königin Aurelia war größer als die anderen Bienen. Ihre Bewegungen waren ruhig und bedacht. Sie wirkte nicht streng, sondern freundlich – fast so, als würde sie alles um sich herum genau wahrnehmen.
Lilli durfte heute in ihrer Nähe bleiben. Sie beobachtete, wie die Königin Zelle für Zelle prüfte und ein Ei hineinlegte.
„So beginnt neues Leben“, dachte Lilli. Ammenbienen warteten bereits, um sich später um die Larven zu kümmern. Jede wusste, was zu tun war.
„Die Königin sorgt dafür, dass es uns gibt“, erklärte eine ältere Arbeiterin.
„Und wir sorgen dafür, dass sie das kann.“
Lilli verstand: Königin Aurelia war nicht allein stark. Ihre Stärke kam von allen – von jeder einzelnen Biene.
Jede Biene hat ihre Aufgabe
Im Inneren des Bienenstocks war es warm und gemütlich. Tausende Bienen bewegten sich leise durch die Wabengassen. Das Summen klang ruhig und gleichmäßig – wie ein sanfter Atem.
Lilli landete neben ihrer Freundin Finja, die gerade mit großer Sorgfalt eine Wabe reinigte. „Guten Morgen“, sagte Lilli fröhlich.
„Guten Morgen“, antwortete Finja und lächelte. „Hilfst du mir ein bisschen?“ Gemeinsam putzten sie die Zellen, eine nach der anderen.
„Manchmal denken alle nur an das Fliegen“, sagte Finja,
„aber ohne ein sauberes Zuhause geht gar nichts.“
Lilli nickte. Sie wusste, dass hier bald neue Larven liegen würden. Winzig klein, hilflos und auf die Pflege der anderen angewiesen.
Während sie arbeiteten, erzählte Finja von früher. „Als ich noch ganz jung war, dachte ich, der Bienenstock sei die ganze Welt.“
„Und jetzt?“ fragte Lilli.
„Jetzt weiß ich: Die Welt ist größer – aber der Stock bleibt unser Herz.“
Lilli sah sich um. Überall halfen Bienen einander. Niemand war allein.
„Ich glaube“, sagte sie leise, „unser Zuhause ist etwas ganz Besonderes.“




Die Drohnen – die sanften Riesen
In einer ruhigeren Ecke des Stocks lagen die Drohnen. Ihr Summen war tief und gleichmäßig, fast beruhigend. Lilli setzte sich neugierig dazu.
Eine Drohne erzählte gerade von einem warmen Tag.
„Ich bin hoch über die Ruhr geflogen“, sagte er langsam.
„Von dort oben sieht man, wie alles miteinander verbunden ist.“
Lilli hörte aufmerksam zu.
„Habt ihr keine Angst da oben?“ fragte sie.
Die Drohne lächelte. „Nein. Wir fliegen ruhig. Wir schauen. Das ist unsere Art.“
Lilli verstand langsam: Die Drohnen hatten keine vielen Aufgaben – aber ihre Aufgabe war wichtig. Sie sorgten dafür, dass das Volk eine Zukunft hatte.
„Manche denken, nur Arbeit zählt“, sagte eine andere Drohne leise.
„Aber manchmal braucht ein Volk auch Ruhe.“
Lilli nickte.
„Ich glaube“, sagte sie, „ihr bringt Ausgleich.“
Die Drohnen summten zufrieden.
Lillis erster Sammelflug
über die Ruhr
Der Morgen war hell und warm, als Finja zu Lilli kam.
„Heute ist es so weit“, sagte sie leise. „Heute fliegst du allein.“
Lillis Herz machte einen kleinen Sprung. Sie hatte lange auf diesen Moment gewartet – und doch fühlte sich alles plötzlich sehr groß an. Der Ausgang des Bienenstocks wirkte heute weiter als sonst, das Licht draußen heller.
„Denk an das, was du gelernt hast“, sagte Finja ermutigend.
„Und wenn etwas schiefgeht – dann versuchst du es noch einmal.“
Lilli atmete tief ein und flog los.
Zuerst blieb sie in der Nähe der Imkerei an der Ruhr. Sie kannte die Apfelbäume, die Wiesen und den vertrauten Duft der Blumen. Doch dann wagte sie sich weiter hinaus, folgte dem ruhigen Lauf der Ruhr.
Unter ihr glitzerte das Wasser. Libellen schwebten darüber, und am Ufer blühten Blumen in allen Farben. Lilli landete auf einer Blüte, rutschte kurz ab und flog wieder hoch.
„Nicht schlimm“, murmelte sie. „Übung macht mutig.“
Von Blüte zu Blüte sammelte sie Nektar und Pollen. Ihre Beinchen wurden schwerer, doch ihr Herz leichter. Einmal kam ein Windstoß, der sie erschreckte, aber sie hielt die Richtung.
Als sie schließlich den Rückweg antrat, wusste sie:
Das war kein kleiner Flug mehr gewesen.
Das war ein Schritt ins Erwachsensein.




Der Tanz der Blumen
Kaum war Lilli zurück im Stock, wurde sie von neugierigen Blicken empfangen. „Da bist du ja!“, rief Finja. „Erzähl!“
Lilli setzte sich kurz hin. Ihr Körper summte noch vom Flug. Dann stellte sie sich in die Mitte der Wabengasse.
„Ich war an der Ruhr“, sagte sie stolz.
„Dort, wo die Wiesen breit sind und die Blumen dicht stehen.“
Und dann begann sie zu tanzen.
Ihr Schwänzeltanz war erst vorsichtig, dann immer klarer. Sie zeigte die Richtung, die Entfernung, den Reichtum der Blüten. Die anderen Bienen beobachteten jede Bewegung aufmerksam.
„Versteht ihr?“ dachte Lilli. „Kann ich es gut erklären?“
Eine ältere Sammelbiene nickte.
„Das ist ein guter Platz“, summte sie. „Sehr gut.“
Bald machten sich viele Bienen auf den Weg. Lilli sah ihnen nach und spürte ein warmes Gefühl.
Nicht jede Biene musste alles selbst machen.
Manchmal reichte es, den Weg zu zeigen.
Vom Nektar zum Honig
Im Bienenstock lag ein süßer Duft in der Luft. Überall summten Bienen geschäftig hin und her, und Lilli merkte sofort: Heute war ein wichtiger Tag.
Die Sammelbienen kehrten von ihren Flügen zurück. Ihre Pollenhöschen waren prall gefüllt, und in ihren Honigmägen trugen sie kostbaren Nektar. Lilli stellte sich bereit, um zu helfen.
„Hier entlang“, sagte Finja freundlich und nahm einer Sammlerin etwas Nektar ab. Lilli beobachtete genau, wie der Nektar von Biene zu Biene weitergegeben wurde. Jede fügte etwas hinzu – ein bisschen Zeit, ein bisschen Wärme, ein bisschen Geduld.
„Warum geben wir den Nektar immer weiter?“ fragte Lilli neugierig. „Weil Honig nicht von einer allein gemacht wird“, erklärte Finja. „Honig entsteht nur gemeinsam.“
Lilli begann zu fächeln. Ihre Flügel bewegten sich schnell und gleichmäßig. Die warme Luft strömte durch den Stock und half dabei, den Nektar zu trocknen. Es war anstrengend, und nach einer Weile taten ihr die Flügel weh.
„Jetzt verstehe ich“, dachte sie. „Honig machen ist Arbeit.“
Als sie später auf eine volle Wabe blickte, glänzte der Honig golden im Licht. Jede Zelle war gefüllt mit Sommer, Blumen und Flügen entlang der Ruhr.
Draußen hörte Lilli vertraute Schritte. Der Imker der Imkerei an der Ruhr kam langsam näher, öffnete vorsichtig eine Beute und schaute prüfend hinein. Er nahm sich Zeit, sprach leise und bewegte sich ruhig.
„Er hört uns zu“, dachte Lilli. Und sie wusste: Nur ein Teil dieses Honigs würde geerntet werden. Der Rest blieb bei den Bienen – für den Winter.



Wenn der Herbst kommt
Mit den Tagen änderte sich die Welt draußen. Die Sonne stand tiefer, und morgens lag Nebel über der Ruhr. Die Blumen wurden weniger, ihre Farben leiser.
Lilli flog noch hinaus, aber nicht mehr jeden Tag. Manchmal kehrte sie schon nach kurzer Zeit zurück, weil der Wind kühl war oder die Blüten fehlten.
„Der Sommer verabschiedet sich“, sagte Finja sanft.
Im Stock spürte man die Veränderung. Die Arbeit wurde ruhiger, überlegter. Die Bienen prüften die Vorräte, rückten enger zusammen und sparten ihre Kräfte.
Abends saßen sie beieinander und erzählten sich Geschichten.
„Weißt du noch deinen ersten Flug?“ fragte Finja.
Lilli lächelte. „Ich hatte solche Angst.“
„Und jetzt?“
„Jetzt weiß ich: Angst gehört dazu. Aber Mut auch.“
Draußen fielen die ersten Blätter von den Bäumen und trieben auf der Ruhr davon. Drinnen wurde es warm. Die Bienen kuschelten sich enger zusammen, spürten den Herzschlag des Volkes.
„Wir haben genug gesammelt“, dachte Lilli.
„Wir haben gut zusammengearbeitet.“
Als die kalten Tage kamen, bildeten sie eine dichte Wintertraube. Lilli bewegte sich kaum noch, hörte nur das leise Summen um sich herum.
Es war still. Aber es war eine sichere Stille.
Eine kleine Biene mit grosser Bedeutung
Als der Frühling zurückkehrte, geschah es fast unbemerkt. Erst war da nur ein wenig mehr Licht. Dann ein Hauch Wärme. Und plötzlich – Bewegung.
Neue Bienen schlüpften. Winzig klein, neugierig und hungrig nach Leben. Lilli war nun eine der älteren Bienen. Sie beobachtete die jungen mit einem warmen Gefühl.
„So habe ich auch einmal angefangen“, dachte sie.
Sie half beim Füttern, zeigte Wege, erklärte geduldig. Wenn eine junge Biene unsicher war, blieb Lilli bei ihr.
„Du schaffst das“, summte sie leise.
Eines Morgens flog Lilli wieder hinaus. Die Ruhr glitzerte wie früher, die Wiesen blühten neu, und die Beuten der Imkerei an der Ruhr standen ruhig und vertraut da.
Sie flog höher als sonst und blickte hinunter. Auf den Fluss. Auf die Blumen. Auf die Menschen, die hier lebten.
„Alles hängt zusammen“, erkannte sie.
Ohne Bienen gäbe es keine Blumen. Ohne Blumen kein Obst. Und ohne Menschen, die achtsam sind, keinen sicheren Ort für Bienen.
Lilli landete auf einer Blüte und summte zufrieden.
„Ich bin nur eine kleine Biene“, dachte sie. „Aber ich bin Teil von etwas Großem.“ Mit einem letzten Blick auf die Ruhr flog sie weiter – bereit für den nächsten Tag, die nächste Blume, das nächste kleine Wunder.


Bilder und Bienengeschichte wurde mit KI generiert.

